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2 - Qualitätskriterien

Prinzipielle Kriterien sowie für empirische Arbeiten bedeutsame Kriterien

2. Einführung

Es existiert kein vollständiger und endgültiger Kanon von Qualitätskriterien des wissenschaftlichen Arbeitens, der von einer entsprechenden Stelle als verbindlich verabschiedet worden wäre.

Dennoch lassen sich allgemein anerkannte prinzipielle Kriterien sowie ergänzend für empirisches Arbeiten bedeutsame Kriterien benennen.

Sie werden in dieser Lektion einzeln vorgestellt und ihre Anwendung und Bedeutung erläutert.


ZUR VIDEOLEKTION (1:09)

2
 

Prinzipielle Kriterien

(2.1 bis 2.8)

2.1 Zielgerichtetheit

Durch Untersuchen neues Wissen zu schaffen - diese Ausrichtung muss an einer wissenschaftlichen Arbeit als Leitmotiv erkennbar sein.

Die Gerichtetheit ausschließlich auf ein Untersuchungsziel ist daher ein erstes, unverzichtbares und prinzipielles Qualitätskriterium für Wissenschaftlichkeit.


ZUR VIDEOLEKTION (1:22)

2.1
 

2.2 Besonderheit

Die Besonderheit einer wissenschaftlichen Arbeit liegt möglicherweise nicht nur in der Themenwahl, also in der Problemstellung und Zielsetzung – sie kann auch in der Methodenwahl begründet sein.

Beispiel: Ein interdisziplinäres Vorgehen durch Einsatz einer Quantitativen Inhaltsanalyse bei einer geisteswissenschaftlichen Untersuchung.


ZUR VIDEOLEKTION (1:24)

2.2
 

2.3 Relevanz

Für wissenschaftliche Arbeiten gilt primär als relevant, was zum wissenschaftlichen Fortschritt beiträgt und im eigenen Fachgebiet neues Wissen schafft.


ZUR VIDEOLEKTION (1:02)

2.3
 

2.4 Logik

Jede Argumentationskette muss klar und strukturiert dargelegt sein, von den Prämissen bis zur Schlussfolgerung.

Dabei ist zwischen induktiver und deduktiver Logik zu unterscheiden.


ZUR VIDEOLEKTION (1:24)

2.4
 
 
 

Dokumentation: Einfach logisch

Einführung zum Video

Einfach Logisch - wie funktioniert Meinungsbildung

Eine Serie, die das klare Denken fördert, mit Dr. Peter Bernhard in BR-Alpha.

Die Atempausen, die dafür gedacht waren, dass die Studierenden Zeit haben mitzuschreiben, wurden hier verkürzt.

Zur Video-Serie (BR Alpha)

2.5 Nachvollziehbarkeit

Die Inhalte und das Vorgehen in wissenschaftlichen Arbeiten müssen sich dem Leser oder Zuhörer erschließen.

Dieses Kriterium der Nachvollziehbarkeit steht in direktem Zusammenhang mit weiteren Qualitätskriterien.


ZUR VIDEOLEKTION (1:08)

2.5
 

2.6 Ehrlichkeit

Ehrlicher Umgang mit Quellen sowie mit fremden und eigenen Ergebnissen schließt zwar noch keinen Irrtum aus, trägt aber wirksam dazu bei, jenen zu vermeiden.

Ehrlichkeit begründet Glaubwürdigkeit und bezieht sich auch auf die textliche und gestalterische Darstellungsweise, die bei wissenschaftlichen Arbeiten stets sachlich und neutral gehalten sein muss.


ZUR VIDEOLEKTION (2:30)

2.6
 

2.7 Überprüfbarkeit

Dieses Kriterium bedeutet, dass alle Formulierungen Angaben und Zusammenhangsbedingungen solcher Art enthalten, die klar genug sind, damit Dritte mit diesen Angaben zu gleichen oder vergleichbaren Schlüssen kommen können.

Jede Hypothese muss so formuliert sein, dass sie überprüfbar ist – mit dem Popper’schen Ziel der Falsifikation.


ZUR VIDEOLEKTION (2:03)

2.7
 

2.8 Transparenz

Es muss prinzipiell klar sein, ob und inwiefern ergebnisoffen und somit unabhängig in einer wissenschaftlichen Arbeit untersucht werden kann.

Dies ist gerade bei Auftragsforschung ein kritischer, aber wichtiger und lösbarer Punkt.


ZUR VIDEOLEKTION (1:04)

2.8
 

Empirische Kriterien

(2.9 bis 2.12)

2.9 Validität

Sie erfasst die Genauigkeit, mit der etwas geprüft wird. Dies bezieht sich auf den Umgang mit der Stichprobe.

Validität berührt aber auch die inhaltliche Argumentation einer wissenschaftlichen Arbeit.


ZUR VIDEOLEKTION (1:57)

2.9
...mit Veganomics-Beispiel
 

2.10 Reliabilität

Damit bezeichnet man die Messgenauigkeit, die im Idealfalle so gut ist, dass bei einer Wiederholung der Messung unter gleichbleibenden Konditionen wiederum gleiche Ergebnisse erzielt werden.


ZUR VIDEOLEKTION (0:52)

2.10
 

2.11 Signifikanz

Signifikanz bedeutet, dass ein über dem Zufall liegender Zusammenhang angenommen werden kann, wobei für den Zufall zuvor eine Schwelle festgelegt wurde.


ZUR VIDEOLEKTION (1:24)

2.11
...mit Veganomics-Beispiel
 

2.12 Repräsentativität

In den Sozialwissenschaften ist die Repräsentativität quantitativer Ergebnisse von Bedeutung. Dazu wird eine Stichprobe in Bezug zu einer Grundgesamtheit definiert.


ZUR VIDEOLEKTION (1:16)

2.12
...mit Veganomics-Beispiel
 
 
 

Zum Schluss

FAQ

Arbeitsfragen

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Aufgaben und Downloadmöglichkeit

  1. Welche der genannten Qualitätskriterien sind für Sie selbst – mit Blick auf eine Sie selbst beschäftigende und zu erforschende Fragestellung – besonders beachtenswert? Aus welchen Gründen?
  2. Worin könnte die Besonderheit Ihres eigenen Vorhabens bestehen? Auf welche Weise könnte das hilfreich werden?
  3. Wie könnten Sie das Kriterium der logischen Argumentation auch formal bei Ihrem Vorhaben erfüllen? Konfrontieren Sie diesen Anspruch mit Ihrer Praxis in der Formulierung von Überschriften, der Gliederung, der Setzung von Absätzen, etc.
  4. Welche Konsequenzen ziehen Sie aus dem Kriterium der Ehrlichkeit für Ihren Schreibstil, Ihre Zitierweise und die Quellenangaben (Referenzmanagement)?
  5. Wie ergebnisoffen können Sie untersuchen – bestehen Zielvorgaben oder sonstige Einflüsse? Wie weit können Sie diese transparent machen?
  6. Welche der empirischen Kriterien könnten bei Ihnen zutreffend sein – und wie wollen Sie versuchen, sie zu erfüllen?

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